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Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion

 

Eine Schilddrüsenunterfunktion lässt sich mit Hilfe von Schilddrüsenhormonen gut in den Griff bekommen. Die Tabletten müssen meist ein Leben lang genommen werden, um sonst möglichen auftretenden Symptomen und Nebenwirkungen der Krankheit entgegenzuwirken. Für die Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion stehen unterschiedliche Therapiemaßnahmen zur Verfügung. Neben der medikamentösen Behandlung können begleitend auch homöopathische Mittel sowie Schüssler Salze eingesetzt werden.

 

Medikamentöse Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion

Wie bereits erwähnt, lässt sich eine Schilddrüsenunterfunktion mit Hilfe von Schilddrüsenhormonen in Tablettenform behandeln. Die Ersatztherapie, auch medikamentöse Substitution genannt, erfolgt in der Regel mit dem Einsatz von synthetisch hergestelltem L-Thyroxin, auch Levothyroxin genannt. Hinsichtlich seinem Aufbau und seiner Funktion entspricht dies dem körpereigenen Hormon T4.

 

Wirkung der Medikamente bei Schilddrüsenunterfunktion

Dabei findet bei einem gesunden Menschen die ausreichende Produktion von Thyroxin in der Schilddrüse statt. In Kombination mit Trijodthyronin (T3), einem weiteren Schilddrüsenhormon, ist es neben verschiedenen Prozessen im Körper auch am Stoffwechsel beteiligt. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse bildet der Körper zu wenig Thyroxin und es können die typischen Symptome einer Unterfunktion hervorgerufen werden.

 

Hormondosis ist individuell

Die Hormondosis, die Sie erhalten, hängt von mehreren Faktoren ab: von Ihrem Körpergewicht, Ihrer Stoffwechselsituation und dem Grad der noch vorhandenen Aktivität Ihrer Schilddrüse. Die Ersatztherapie erfolgt in der Regel mittels Zufuhr einer anfangs geringen Dosis Schilddrüsenhormone. Diese geringe Anfangsdosis wird im Laufe der Zeit gesteigert. Die Einstellung auf das entsprechende Medikament nimmt immer der behandelnde Arzt vor.

 

Wann tritt Wirkung der Medikamente ein?

Es kommt darauf an, ob der Arzt die richtige Dosis von Anfang an einsetzt oder ob die Hormone eher schleichend in den Organismus eingebracht werden sollen. Letzteres erstreckt sich manchmal über einen Zeitraum von etwa 3 Monaten. Die Einstellung dauert so lange, bis der TSH-Spiegel im Blut den Normwert erreicht. Ist die richtige Dosis erreicht, kann innerhalb von 2-3 Wochen eine Besserung eintreten.

Wichtig: Die Tabletten immer eine halbe Stunde vor dem Frühstück auf nüchternen Magen einzunehmen, um somit eine schnellere und bessere Aufnahme ins Blut zu gewährleisten.

 

Dauer der Einstellung etwa zwei bis vier Monate

In der Regel dauert die Einstellung mindestens zwei, höchstens aber vier Monate. Die medikamentöse Einstellung wird zwar engmaschig überwacht, kann aber dennoch ambulant erfolgen. Ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus ist in der Regel nicht nötig.

 

L-Thyroxin Nebenwirkungen

Da der Wirkstoff Thyroxin in der Regel gut verträglich ist, treten Nebenwirkungen während der Einnahme nur selten auf.

 

Überdosierung von L-Thyroxin

Wird hingegen die Dosis von Thyroxin nicht vertragen oder liegt eine Überdosierung vor, können für eine Schilddrüsenüberfunktion typische Symptome auftreten. Hierzu zählen unter anderem Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen, innere Unruhe oder Schlaflosigkeit.

Treten bei Ihnen Nebenwirkungen auf, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt informieren. Möglicherweise verringert er die L-Thyroxin-Dosis. Nach Abklingen der Nebenwirkungen kann die Behandlung mit einer niedrigen Dosis fortgeführt werden.

 

Verlaufskontrollen und Weiterbehandlung

Wie bei jeder chronischen Erkrankung, die medikamentös behandelt wird, sind auch bei der Schilddrüsenunterfunktion regelmäßige Verlaufskontrollen notwendig. Bei gut eingestellten Betroffenen, die sich fit und wohl fühlen, erfolgen in etwa halbjährlich Verlaufskontrollen, in deren Rahmen abermals der TSH-Spiegel im Blut überprüft wird. Engmaschigere Kontrollen sind hingegen nur bei Kindern notwendig, da die einzunehmenden Präparate Einfluss auf Wachstum und Entwicklung nehmen können. Bei Kindern, deren Schilddrüsenunterfunktion nicht bereits angeboren war, werden die Medikamente außerdem episodisch abgesetzt. Der erste Absetzversuch erfolgt meist nach zweijähriger medikamentöser Behandlung. In vielen Fällen zeigen sich dann gute Behandlungserfolge, so dass das Kind bestenfalls keine weitere Medikation benötigt.

 

Rezeptpflichtige und rezeptfreie Medikamente

In der Regel werden Präparate mit dem Wirkstoff Thyroxin verordnet, mitunter aber auch Wirkstoffkombinationen mit Iod. In jedem Fall sind diese Präparate rezeptpflichtig. Frei verkäufliche Schilddrüsenmedikamente sind hingegen nicht erhältlich. Einzig Präparate mit dem Wirkstoff Kaliumjodid können ohne Rezept gekauft werden, wirken aber auch eher vorbeugend auf die Schilddrüse ein. Bei der Unterfunktion selbst helfen sie nicht, dafür kann Kaliumjodid einen bestehenden Jodmangel ausgleichen und eine Schilddrüsenvergrößerung beheben.

 

Schilddrüsenunterfunktion natürlich behandeln – Homöopathie und Schüssler Salze als ergänzende Unterstützung

Schilddrüsenunterfunktion Behandlung mit Homöopathie und Schüssler Salzen

Schilddrüsenunterfunktion Behandlung mit Homöopathie und Schüssler Salzen

Mit homöopathischen Präparaten oder auch Schüssler Salzen können viele der bei einer Hypothyreose auftretenden Symptome wie Verstopfung und Haarausfall behandelt werden, da diese beispielsweise auch den Stoffwechsel anregen können.

Folgende homöopathische Mittel können unterstützend eingesetzt werden:

  • Calcium Carbonicum
  • Pulsatilla
  • Barium Jodatum
  • Graphites

 

Die Wirksamkeit von Schüssler Salzen beruht auf der Annahme, dass Krankheiten eine Folge von Störungen des Mineralhaushaltes im Körper sein können und eine Behandlung mit Mineralien in homöopathischen Dosen eine Heilung beschleunigt. Folgende Schüssler Salze können bei einer Unterfunktion der Schilddrüse eingesetzt werden:

  • Nr. 7 Magnesium phosphoricum
  • Nr. 14 Kalium bromatum
  • Nr. 15 Kalium jodatum

 

Für eine individuelle Behandlung mit alternativen Mitteln sollten Sie Ihren Arzt, einen Homöopathen, Heilpraktiker oder Apotheker zu Rate ziehen.

 

Folgeschäden bei Nichtbehandlung einer Schilddrüsenunterfunktion

Wird bei einer Schilddrüsenunterfunktion mit einer entsprechenden Hormontherapie behandelt, treten in der Regel keine Komplikationen auf. Wichtig ist, dass die verordneten Medikamente regelmäßig eingenommen werden. Geschieht dies nicht oder wird die Erkrankung nicht oder nur unzureichend behandelt, können Komplikationen auftreten.

 

Kretinismus bei Neugeborenen

Die schlimmsten und vor allem bleibenden Folgen einer Nichtbehandlung treten bei Neugeborenen mit einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion auf. Wird diese nicht kurz nach der Geburt erkannt und behandelt, hat das sehr schwere und irreversible Folgen für das Kind. Das Hauptmerkmal ist der sogenannte Kretinismus, dabei kommt es zu disproportioniertem Minderwuchs mit schweren Intelligenzdefekten. Des Weiteren kann es zu einer Sattelnase, genitaler Überentwicklung und Struma (Kropf) kommen. Schulmedizinisch wird der Kretinismus durch den Ersatz der fehlenden Schilddrüsenhormone therapiert. Dadurch kann einem weiteren Fortschreiten der Schädigung Einhalt geboten werden. Bereits bestehende Defekte lassen sich damit aber nicht mehr rückgängig machen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, durch die Therapie zumindest ein besseres Wachstum zu erzielen.

Zerstörung der Schilddrüse bei Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankten

Bei Hashimoto-Thyreoiditis, einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die zu einer Unterfunktion führt, kann es durch Nichtbehandlung zu einer weiteren und letztendlichen Zerstörung der Schilddrüse kommen.

 

Einfluss auf Herz, Cholesterin und Arterien

Auch das Herz kann langfristig von einer Schilddrüsenunterfunktion betroffen sein, indem die durch die Krankheit hervorgerufenen Veränderungen eine Herzmuskelschwäche auslösen. Der insgesamt deutlich langsamer funktionierende Stoffwechsel führt zu einer geringeren Aufnahme des Körpers von Mineralstoffen und Vitaminen. Dies kann Mangelerscheinungen hervorrufen. Nicht zuletzt können auch die bei der Erkrankung verschlechterten Blutwerte, wie zum Beispiel der Cholesterinspiegel eine Verstopfung der Arterien zur Folge haben. Durch eine unzureichende Behandlung der Hypothyreose kann der Betroffene in seltenen Fällen ins Koma fallen, besonders, wenn noch andere Faktoren wie beispielsweise eine Narkose hinzukommen.

 

Was passiert, wenn ich keine Medikamente gegen die Schilddrüsenunterfunktion nehme?

Die bei einer Schilddrüsenerkrankung zugeführten Medikamente führen nicht zu einer Heilung der Krankheit, sondern lindern nur die Symptome. Daher verschlimmert sich durch den Verzicht auf das Medikament auch nicht die Krankheit selbst, sondern die Symptome.

Bei einer starken Unterfunktion der Schilddrüse kann nur dringend von einem Medikamentenverzicht abgeraten werden, da die Symptome in massiver Weise die Lebensqualität beeinflussen. Es ist mittelfristig nicht lebensbedrohlich, aber kann langfristig gesundheitliche Schäden auslösen, wie zum Beispiel starkes Übergewicht durch das Symptom der Gewichtszunahme, die ohne Veränderung der Essgewohnheiten auftritt. Allerdings ist es für Neugeborene mit einer Schilddrüsenunterfunktion sehr gefährlich und grob fahrlässig auf Medikamente zu verzichten, da dann in kurzer Zeit geistige und körperliche Behinderungen auftreten, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Diese Krankheit wird dann Kretinismus genannt.

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