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Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

 

Störungen der Schilddrüsenfunktion zählen mittlerweile zu den häufigsten Erkrankungen innerhalb Deutschlands. Jeder 3. Bundesbürger ist mittlerweile davon betroffen.

 

Ratgeber Schilddrüsenunterfunktion
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Bei einer Schilddrüsenunterfunktion werden keine oder zu wenig der Schilddrüsenhormone T3 (Triiodthyronin) und T4 (Thyroxin) gebildet. Dadurch verlangsamen sich die Stoffwechselvorgänge im Körper und die körperliche sowie geistige Leistungsfähigkeit reduziert sich immer weiter.

Es gibt sehr unterschiedliche und fließende Übergänge von einer leicht gestörten Schilddrüsenfunktion bis zu einem sehr ausgeprägten Krankheitsbild mit deutlichen und schwerwiegenden Symptomen.

 

Aufbau und Funktion der Schilddrüse

Schilddrüse Ansicht von vorn und hinten

Schilddrüse Ansicht von vorn und hinten

Die Schilddrüse (Glandula Thyreoidea) liegt unterhalb des Kehlkopfes und wiegt bei einem erwachsenen Menschen ungefähr 18 bis 60 Gramm, wobei es bei Frauen oft zyklusbedingte Volumenveränderungen gibt. Das Organ hat etwa die Form eines Schmetterlings oder Hufeisens und eine schwammartige Konsistenz. Sie besteht aus 2 Seitenlappen, die durch eine Gewebebrücke, den Isthmus, miteinander verbunden sind und ist im gesunden Zustand kaum tastbar.

Ihre Hauptaufgabe ist die Speicherung von Jod, um die Hormone Triiodthyronin (T3), Thyroxin (T4) sowie das Peptidhormon Calcitonin zu produzieren, die einen Einfluss auf sehr viele Bereiche des Körpers und der Psyche haben.

 

Funktion der Schilddrüse im Körper
Die Aufgabe unserer Schilddrüsenhormone ist die Regelung des Gleichgewichts aller Stoffwechselvorgänge. Durch sie wird das Wachstum gesteuert und dafür gesorgt, dass sich unsere Drüsen, die Muskulatur, die Kreislauforgane sowie das Nervensystem gut entwickeln und ihrer vorbestimmten Funktion nachgehen. Wenn alles normal funktioniert, kann die Schilddrüse die Hormonproduktion je nach Bedarf ein- und ausschalten. Das garantiert einen gleichbleibenden Anteil von Schilddrüsenhormonen im Blut.

 

Häufigkeit und Vorkommen einer Schilddrüsenunterfunktion

Erkrankungen dieses Organs sind relativ häufig und kommen vermehrt in den Bergregionen wie Bayern vor. Der Anteil der Erkrankten ist dort doppelt so hoch wie in anderen Teilen Deutschlands. Das hängt damit zusammen, dass dort weniger Fisch gegessen wird, dessen hoher Jodgehalt einen positiven Einfluss auf die Hormonproduktion hat. Eine aktuelle deutsche Studie fand heraus, dass jeder vierte Deutsche von Knotenbildung in der Schilddrüse betroffen ist, wobei die Knoten aber in fast allen Fällen gutartig sind. Unter einer Über- oder Unterfunktion leiden mindestens 2 % aller Frauen und 0,1 % der deutschen Männer. Eine englische Studie zeigte bei Frauen einen Wert von 9 % und bei Männern von circa 1 % auf. Zudem hat jeder fünfte Deutsche eine Struma, den sogenannten Kropf, für den meist ein Jodmangel verantwortlich ist. Allerdings wissen viele der rund 30 Millionen betroffenen Deutschen nicht einmal von ihrer Erkrankung.

 

Personen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr
Die Unterfunktion der Schilddrüse, auch Hypothyreose genannt, ist eine Krankheit, die meist zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr auftritt und das deutlich häufiger bei Frauen als bei Männern. Allerdings kann sie durch eine mangelhafte Schilddrüsenanlage, einer Form eines Enzymdefektes bei der Hormonsynthese oder Rezeptorstörungen in den Zielorganen, auch schon bei Neugeborenen vorhanden sein.

 

Mädchen häufiger als Jungen
Die Häufigkeit dafür beträgt etwa 1:3000, wobei Mädchen davon doppelt so oft betroffen sind wie Jungen. Eine angeborene Unterfunktion der Schilddrüse kann schwerwiegende Folgen für die geistige und körperliche Entwicklung haben, da ihre Hormone in der Kindheit die Reifung des Gehirns und das Wachstum des Körpers fördern. Eine früher verbreitete Krankheitsform ist der Kretinismus, was aber sehr selten geworden ist, da in Deutschland heutzutage bei jedem Neugeborenen die Schilddrüsenfunktion überprüft wird und somit eine schnelle Therapie möglich ist.

 

Schilddrüsenunterfunktion Symptome

Die Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion müssen nicht bei jedem auftreten und können in unterschiedlich starker Ausprägung vorkommen. Eines der häufigsten Symptome ist die Antriebsarmut. Der Erkrankte fühlt sich ständig schwach und ist dauernd müde, selbst, wenn er ausreichend Schlaf bekommen hat. Auch Haarausfall oder eine Veränderung der Haarstruktur ist möglich, das Haar wirkt dann glanzlos und struppig. Da die Krankheit auch zu einem erniedrigten Energie-Grundumsatz führt, kann es zu Gewichtszunahmen kommen, ohne dass vorher die Ernährungsgewohnheiten verändert wurden.

 

Weitere mögliche Symptome bei Erwachsen sind:

  • Darmverstopfung
  • Kälteempfindlichkeit
  • Schwellungen und Verdickungen der Haut (Myxödeme)
  • kalte schuppende Haut
  • Konzentrationsstörungen und Gedächtnisschwäche
  • Veränderung der Stimme in tiefer und heiser
  • Verlust der Potenz und der Libido
  • verlangsamter Pulsschlag
  • Appetitmangel
  • Teilnahmslosigkeit
  • depressive StimmungenMuskelschwäche oder Muskelsteifigkeit
  • brüchige, langsam wachsende Fingernägel
  • sowohl ein zu langsamer, als auch ein stark erhöhter Puls
  • niedriger Blutdruck
  • Zyklusstörungen bei der Fraukalte, schuppige, blass-gelbe Haut
  • rheumatische Beschwerden
  • Taubheitsgefühl in den Fingerspitzen
  • Augenlidödeme
  • Einschränkung der sexuellen Erlebnisfähigkeit
  • keine Schweißbildung

 

Mögliche Symptome bei Kindern:

  • Trinkfaulheit
  • Bewegungsarmut
  • verzögerte Neugeborenen-Gelbsucht
  • tiefe krächzende Stimme
  • stumpfer Gesichtsausdruck
  • blasse kühle Haut

 

Weiterführende Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt Schilddrüsenunterfunktion Symptome

 

Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion

Hormontabletten

Um bleibende Schäden zu vermeiden, ist es wichtig, die Unterfunktion so früh wie möglich zu behandeln. Die Behandlung erfolgt meist mit Hormontabletten, deren Dosierung der Arzt nach einem ausführlichen Schilddrüsentest und einer Beobachtung des individuellen Krankheitsgeschehens festlegt.

 

Jodidtabletten

Wobei die synthetische Substitution durch Thyroxin wichtiger ist, da aus ihr das zweite Hormon Triiodthyronin selbstständig gebildet werden kann. Wenn im Kindes- oder Jugendalter eine rein diffus vergrößerte Schilddrüse vorliegt, kann auch schon die Einnahme von Jodidtabletten ausreichend sein. Das kann so auch bei Erwachsenen bis etwa 40 Jahren gehandhabt werden, üblich ist dann eine Kombination aus Jodidtabletten und einer geringen Dosierung von Schilddrüsenhormonen.

 

Akupunktur und Homöopathie

Ziel der Therapie ist es, die klinischen Symptome mit einer möglichst geringen Menge an Hormonen zu beseitigen. Traditionell erfolgt die Behandlung mit steigenden Dosen, die im Regelfall bis zum Lebensende eingenommen werden müssen. Bei geringen Funktionsstörungen ist es sicherlich auch eine Überlegung wert, die Krankheit und ihre Symptome mit naturheilkundlichen Methoden zu behandeln.

 

Gute Erfolge wurden bereits mit Akupunktur und Homöopathie erzielt, wobei die folgenden Mittel in Frage kommen:

  • Pulsatilla
  • Barium Jodatum
  • Calcium Carbonicum
  • Graphites

 

Für weitere Informationen oder Fragen zur Dosierung wenden Sie sich an einen Arzt, Apotheker, Heilpraktiker oder Homöopathen.

Weiterführende Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt Schilddrüsenunterfunktion Behandlung

 

Richtige Ernährung – Jodbedarf liegt bei 200µg täglich

In vielen Fällen hat sich eine Kombination von Psychotherapie oder zumindest Entspannungstechniken, Zuführung von Schilddrüsenhormonen und einer Ernährungsumstellung als Weg zur Heilung bewährt. Auch die Ernährung spielt bei dieser Krankheit eine große Rolle. Männer und Frauen, die nicht schwanger sind oder stillen, haben einen Tagesbedarf von ungefähr 200 Mikrogramm pro Tag. Bei Schwangeren und Stillenden liegt dieser Wert etwa bei 260 Mikrogramm.

 

Schilddrüsenunterfunktion und Abnehmen

Wie kann ich trotz Schilddrüsenunterfunktion abnehmen bzw. nicht weiter zunehmen?

Ausschließlich mit einer lebenslangen Einnahme von Schilddrüsenhormontabletten. Für gewöhnlich endet die Gewichtszunahme mit dem Finden der richtigen Dosierung. Die Schilddrüsenunterfunktion kann nicht nur direkten Einfluss durch die Verlangsamung des Stoffwechsels auf das Gewicht nehmen, sondern auch indirekt. Da zu den Nebenwirkungen auch Müdigkeit, Abgeschlagenheit und eine Einschränkung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit gehören, kann es auch zu verminderten Sportaktivitäten kommen. Auch die manchmal auftretende Depression als Nebenwirkung hat indirekten Einfluss auf das Gewicht, denn damit geht oft ein „Frustessen“ einher.

Durch die regelmäßige Einnahme der Schilddrüsenhormone morgens eine Stunde vor dem Frühstück, können diese im Körper optimal und schnell ihre Wirkung entfalten, die Symptome der Unterfunktion beenden und folglich eine weitere Zunahme an Gewicht verhindern. Um die bis dahin zugenommenen Pfunde wieder abzunehmen, sollte eine Zeit lang verstärkt auf die Essgewohnheiten geachtet und die sportlichen Aktivitäten erhöht werden. Bei einer weiteren oder außergewöhnlich hohen Gewichtszunahme sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt konsultieren.

Weiterführende Informationen finden Sie unter Gewichtszunahme bei Schilddrüsenunterfunktion

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